Eines steht schon bald fest: Für Wanderer sind solche Portionen nicht gedacht. Es ist Sonntagmittag, auf der Terrasse des «Rifugio Dalco» hoch über Montemezzo weht ein frisches Lüftchen, die Sicht auf den Comersee und das Veltlin ist überwältigend, und die zwei, drei Dutzend Gäste erwarten gespannt den Hauptgang. Allein der reichhaltige Teller mit Antipasti und die Ravioli di brasato alla panna collo speck hätten schon genügt, um den Gang in einen der Liegestühle anzutreten, die vorsorglich im Garten aufgestellt worden sind. Doch nun folgt der Arrosto con polenta taragna, anschliessend Käse mit Nüssen und Honig, zwei Sorten Kuchen, Kaffee und Grappa. Langsam wird die fröhliche Stimmung etwas matter, und schon bald schleppen sich ein paar Gäste zu den Liegestühlen, um die wohlverdiente Siesta anzutreten. Eine knappe Stende später ertönen die ersten Motorengeräusche, und nach und nach bewegt sich die muntere Gästeschar wieder talwärts. Eine Wanderung auf der «Via dei Monti Lariani», die gleich hinter dem Haus vorbeiführt, wird von keinem der Sonntagsausflügler in Betracht gezogen. Attraktiver Höhenweg . Der rund 130 Kilometer lange Wanderweg hoch über dem Comersee, der auf den alten Verbindungswegen zwischen den Maiensässen auf rund tausend Metern Höhe verläuft, erfährt durch derartige kulinarische Angebote eine zusätzliche Aufwertung. Wir würden ihn allerdings auch ohne diese Schlemmereien wieder begehen, so attraktiv ist er als Ganzes, so grossartig sind gewisse Streckenabschnitte. Vor rund 15 Jahren ist der Weg erstmals durchgehend markiert worden, und eine kleine Wegleitung in Form einer Broschüre wurde publiziert. Seither ist einiges gegangen: Die vom Verkehrsverein der Provinz Como in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen herausgegebene Broschüre «Trekking in den Bergen um den Comersee», welche den erwähnten Höhenweg samt Bergvariante und zwei andere, ebenfalls sehr attraktive Weitwanderwege beschreibt, wurde mehrfach überarbeitet. Seit kurzem existieren für die Regionen um Menaggio und Gravedona auch ausgezeichnete Wanderkarten im Massstab 1:25 000. Was schliesslich Unterkunft und Verpflegung auf der 7bis 10tägigen Route betrifft, so hat kürzlich im Weiler Labbioein «Agriturismo»Gasthaus seine Tore geöffnet, und das «Rifugio San Jorio» ist neuerdings bewirtet. Gründe mehr also, um diesen grossartigen Weitwanderweg, der problemlos in Etappen unterteilt werden kann, unter die Füsse zu nehmen. Doch der Andrang von Wanderern hält sich bis heute noch in engen Grenzen. Die Sportart scheint in Italien noch nicht allzu viele Freunde gefunden zu haben; ein Grossteil der gegenwärtigen Nutzer stammt offenbar aus der Schweiz und aus Deutschland. Das hat auch sein Gutes; wer nicht im Gänsemarsch wandern mag, ist auf diesem Höhenweg gut aufgehoben. Allerdings besteht das Risiko, dass die Wege unter solchenDie passende Unterkünft für Ihren Italien Urlaub
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